Versuche der Kontaktaufnahme

Leider musste ich hier einen „Umweg“ machen, da meine biologische Mutter immer noch nicht zu einer Kontaktaufnahme bereit ist.

Anfang September hatte ich den kirchlichen Suchdienst mit der Suche beauftragt, welcher auch schnell angenommen wurde und ich bekam auch kurze Zeit später eine Bestätigung durch eine E- Mail.

Nach circa sechs Wochen hat sich, nach für mich langen Warten, der Suchdienst gemeldet und ich möchte doch bitte der Weitergabe meiner Daten zustimmen. Ich hatte gehofft, dass sie meine Brüder ausfindig gemacht haben, aber leider nicht. Dafür aber die zweite Ehefrau und Witwe meines verstorbenen leiblichen Vaters.

Dieses erfuhr ich, da ich beim Suchdienst noch einmal anrief. Die Zustimmung habe ich gleich fertig gemacht und zurück geschickt.Gleich Anfang Januar 2008 erhielt ich weitere Post vom Suchdienst, mit einer schlechten und einer guten Nachricht. Sie haben leider, trotz weiterer intensiver Suche, meine Brüder nicht ausfindig machen können, aber die Witwe meines Vaters hatte der Kontaktaufnahme und Weitergabe ihrer Adresse zugestimmt.

Nun kann ich einen Brief an sie verfassen, was mal wieder gar nicht so einfach ist. Was schreibe ich? Wie schreibe ich es? Viele, viele Fragen tauchen auf. Werde am Montag noch einmal beim Suchdienst anfragen, was sie ihr als Mitteilung geschrieben haben, damit ich darauf aufbauen kann.

Sie hatten geschrieben, dass ich nach meiner Adoption meine leibliche Familie suche und gerne Kontakt zu eventuellen Halbgeschwistern aufnehmen würde. Der Brief war dann, aufgrund der erhaltenen Vorinformationen relativ schnell verfasst und abgeschickt. Nun heißt es mal für mich wieder warten.

Aber das kenne ich schon und bin diesmal guter Dinge, das ich recht bald was von ihr erfahren kann, denn sie weiß vom Suchdienst schon, was mein Anliegen ist und hatte auch gleich der Weitergabe der Adresse zugestimmt. Nun hoffe ich, dass sie doch etwas Licht ins Dunkle bringen kann, sonst hätte sie sicherlich nicht der Weitergabe zugestimmt, wenn sie es nicht könnte oder wollte.

Am 11.01.2008 nachmittags bekam mein Mann einen Anruf von einer Halbschwester von mir. Sie sagte, dass sie sich morgen, am Sonnabend, wieder meldet, da ich einen zusätzlichen Spätdienst machen musste, war ich nicht zu Hause und um 10.00 Uhr habe ich den Anruf überhört, da ich beim Absaugen der Wohnung war.

Irgendwie hatte ich das Gefühl, dass es ein wichtiger Anruf war und der Gedanke ließ mich nicht in Ruhe. Habe immerzu an den verpassten Anruf denken müssen. Insgeheim dachte ich ja, dass sie sich jeden Tag melden könnten. Es war leider keine Nummer eingeblendet, so dass ich nicht zurückrufen konnte.

Als ich vom Spätdienst nach Hause kam, sagte mein Mann, dass eine Tochter von Frau Wagner angerufen hat. Seine Frage war dann auch, wer das war. Mir war gleich klar, dass es sich um eine Halbschwester handelte. Und weiter?

Ich musste ihm jedes Wort aus der Nase ziehen. Furchtbar. Sie will sich morgen im Laufe des Tages melden, sagte er mir dann, sie hatte ihm auch nicht gesagt, ob am Vormittag oder Nachmittag, na toll, und nun? Abwarten hieß nun die Devise. Schwer, aber nicht zu ändern.
So recht schien er das noch nicht zu glauben und auch nicht begriffen zu haben. Dieses ist nicht einfach und auch sehr schwer, vor allem, wenn man nicht selber direkt betroffen ist. Für einen Betroffenen ist es schon sehr schwer, so etwas zu verstehen und zu realisieren.

Jetzt war ich erst recht über meinen zusätzlichen Spätdienst sauer. Zum Glück hatte ich das Wochenende frei. Habe dann noch gleich meine Tochter angerufen und ihr das berichtet mit dem Hinweis, dass ich mich wieder melde, wenn ich was Genaues weiß. Die Stunden vergingen wie Tage. Ich habe auch das Telefon nicht aus den Augen gelassen, denn ich wollte den Anruf auf keinen Fall verpassen. Einkaufen war mein Mann alleine, so brauchte ich die Wohnung nicht verlassen.

©: Heidrun