Patientenakten/ Aufbewahrungsfristen

Patientenakten/ Aufbewahrungsfristen

Es wird immer viel darüber diskutiert, wem gehören die Patientenakten und wie lange müssen diese aufbewahrt werden.
Je nach den einzelnen speziellen Regelungen beträgt die gesetzliche Aufbewahrungsfrist für Patienten- und Krankenunterlagen zwischen 10 und 30 Jahren.
Die gesetzliche Grundlage bildet die (Muster-) Berufsordnung für die deutschen Ärztinnen und Ärzte:
– MBO – Ä1997, § 10 Abs. III
in Verbindung dem Bürgerlichen Gesetzbuch
– § 195 ff. (Verjährungsfristen)

Bei ambulanter Behandlung (z.B. beim Hausarzt, Zahnarzt, usw.) beträgt die gesetzliche Aufbewahrungsfrist der Patientenunterlagen 10 Jahre. Allerdings zählt diese Frist erst ab der letzten erfolgten Behandlung. D.h., wenn ich 20 Jahre bei meinem Hausarzt regelmäßig in Behandlung bin, wird über diesen Zeitraum meine Patientenakte immer weiter geführt. Erst danach beginnen
die 10 Jahre zu laufen.

Sollte während dieser Zeit ein niedergelassener Arzt z.B. in den Ruhestand gehen, hat er – sofern er selbst keine Archivierungsmöglichkeiten hat – dafür Sorge zu tragen, dass die Unterlagen für den Rest der gesetzlichen Aufbewahrungsfrist entsprechend archiviert werden.

Bei einem stationären Krankenhausaufenthalt – bei einer Geburt ja die Regel – beträgt die gesetzliche Aufbewahrungsfrist für die Patientenakten 30 Jahre, wobei die Aufbewahrungsfrist grundsätzlich immer erst am 31.12. des Jahres endet, in dem die 30 Jahre vollendet sind. Laßt Euch aber davon nicht beirren. Unsere Erfahrungen in all den Jahren haben gezeigt, dass man u.U. auch noch Jahre nach dem eigentlichen Ende der Aufbewahrungsfrist Patientenakten auffinden kann. Manchmal sind die Archive nicht so schnell mit dem Vernichten. Darüber hinaus besteht auch die Möglichkeit, dass die Patientenakte der Mutter später weitergeführt worden ist.

Zum Beispiel, wenn sie zu einem späteren Zeitpunkt im selben KH nochmal ein Kind zur Welt gebracht hat. Neben der Patientenakte der Mutter ist auch die Akte des Kindes wichtig, zu Vergleichszwecken.
Sollte Euer Kind in ein anderes Krankenhaus verlegt worden sein, ist es unbedingt notwendig dessen Unterlagen sowohl vom Geburtskrankenhaus, als auch von dem anderen KH anzufordern.

In meinen Ausführungen zum nächsten Thema: Geburtenbuch und Unterlagen vom Standesamt

Eckbert Bormann, Bautzen