Meine Eltern

1994 begann eine schwere Zeit für meine gesamte Familie. Meine Mutter erkrankte an Alzheimer-Demenz. Diese Krankheit verschlechterte sich ab 1997 merklich. Mein Vater hatte die Hauptpflege übernommen, was ihn viel Kraft kostete.

Da wir aus beruflichen Gründen nicht mehr in der Nähe wohnten, konnten ich/ wir leider nur sehr bedingt helfen. Im November 2001 verstarb meine Mutter. Es war gerade meine Freiwoche, so konnte ich in dieser sehr schweren Zeit bei meinen Vater sein und ihm bei den Formalitäten helfen.

Das hat er sein Leben lang nicht vergessen.

Februar 2003 erkrankte mein Vater an Osteomyelofibrose, einer ziemlich seltenen Blutkrankheit. Er musste im Abstand von ca. 10 Tagen zur Bluttransfusion. Er baute dabei körperlich sehr stark ab. Ich versuchte immer, so oft es mir möglich war, ihn zu besuchen und zu helfen.

2006 ist mein Vater verstorben. Ich hatte aber die Möglichkeit, ihn die letzten Tage und Stunden zu begleiten.

Dieses war eine sehr schwierige Zeit für meine Familie und mich. Er konnte mit dem Wissen, dass ich in seiner Nähe war, in ruhe Abschied nehmen. Ich fand, dass es für uns Beide sehr wichtig war.

Durch meine Tätigkeit in der Altenpflege weiß ich, wie wichtig es für den Betreffenden ist. Das er die Ruhe und auch Sicherheit brauchte, war zu spüren. Er brauchte seine letzte Kraft um seine letzten offenen Dinge zu erledigen. Er hatte wirklich alles für den Ernstfall erledigt und danach konnte er dann loslassen.

©: Heidrun