Leider zu spät- 1

Ich stehe in regen Kontakt mit Veronika. Inzwischen haben, wir meinen geplanten Aufenthalt in Berlin, um eine Nacht verlängert.

Anfang November 2013 bekam ich von Veronika die Nachricht, dass es unserer Mutter sehr schlecht geht und sie mit akutem Nierenversagen auf der Intensivstation liegt. Das im Alter von 79 Jahren…..

Nach einer kurzzeitigen Verbesserung ihres Zustandes musste sie dann reanimiert (Wiederbelebt) werden. Sie hatte dem Arzt wohl eindeutig gesagt, dass sie das nicht möchte. Da nichts schriftliches vorlag haben sich die Ärzte für diesen Schritt entschieden.

Bei einem Besprechungstermin mit dem Arzt wurde Veronika gesagt, dass sie bei unserer Mutter einen Luftröhrenschnitt machen wollen. So einer ist bei einer Langzeitbeatmung notwendig, um die Stimmbänder zu schonen.

Veronika sagte dann, dass es wohl nicht im Sinne der Mutter sei. Dafür zeigte der Arzt nicht so richtiges Verständnis. Es wurde für den nächsten Tag ein neuer Termin vereinbart, um dann zu einer endgültigen Entscheidung zu kommen.

Vor dem erneuten Termin hat sich Veronika mit der Hausärztin unserer Mutter unterhalten und um ihre Unterstützung gebeten. Das machte die Ärztin auch und hat die Klinik darüber informiert, dass unsere Mutter keine lebensverlängernden Maßnahmen möchte. Diese Aussage und die von Veronika sehen sie jetzt als Verfügung an und werden sie nun in Ruhe einschlafen lassen. Das ist in unseren Augen die einzig richtige Entscheidung in unseren Augen und auch im Sinne unserer Mutter.

Da sie zur Zeit nur Veronika kurz zu ihr rein lassen, hätte es auch wenig Sinn gemacht nach Berlin zu fahren. Sollte es ihr wider erwarten besser gehen werde ich es machen. Veronika wird von ihrem Mann, Kindern und einer guten Freundin aufgefangen und unsere Telefonate sind ihr auch hilfreich.

Ich habe jetzt nur eine Hoffnung, dass es nicht am Sterbetag meiner Adoptivmutter passiert. Das wäre für mich doch psychisch sehr belastend.

Diese Nähe zu ihrem Todestag, auch wenn es 12 Jahre her ist, ist so schon eine Belastung für mich.

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