Kind bei Pflegeeltern

Es trifft sie unvorbereitet. Wenn Nadine, 33, kleine Mädchen mit blauen Augen und braunen Locken auf der Straße sieht, hat sie sofort ihre Tochter Marie vor Augen. „Dann kommt der Schmerz, dann spüre ich diese Sehnsucht“, sagt sie. Denn Marie wohnt nicht bei ihrer Mutter. Das Jugendamt hat das Kind „in Obhut“ genommen, wie es im Amtsdeutsch heißt, und in einer Pflegefamilie in Hamburg untergebracht.

Obwohl Nadine mit dem Bus nur eine halbe Stunde dorthin braucht, ist Marie für sie die meiste Zeit unerreichbar weit entfernt. Ein Gericht hat festgelegt, wie oft und wie lange sie ihr Kind sehen darf: alle vier Wochen, zwei Stunden. Denn als Marie vor neun Jahren geboren wurde, war Nadine drogensüchtig. Ihr Baby auch. ….

Quelle:  Spiegel Online