Gedanken

Gedanken, die ich teilen möchte:

Je mehr ich lese und höre über die vielen angeblich bei oder kurz nach der Geburt gestorbenen Kinder, desto mehr frage ich mich, wie die vielen Mitwisser (Hebammen, Frauenärzte auf der Entbindungsstation, weiteres Krankenpersonal, Standesbeamten , Bestatter, Friedhofspersonal, Mitarbeiter in Obduktioninstituten/-Abteilungen und Krematorien, etc.) bis heute mit so einem schrecklichen Geheimnis „leben“ können.

Wie konnten sie einer Mutter, die sich 9 Monate lang auf ihr Kind gefreut und die komplikationslos auf die Welt gebracht hat, (Vater eingeschlossen) noch in die Augen schauen? Wie können sie nach weit mehr als einem Vierteljahrhundert diese Geheimnis immer noch hüten, anstatt ihr Wissen zu offenbaren?

Auch anonyme „Beichten“ über das, was sie selbst gesehen und miterlebt haben, sind besser als dieses Schweigen für immer und die Leute decken, die diese Verbrechen begangen haben. Ich verstehe es nicht und appelliere an alle Zeitzeugen, sich endlich zu melden und ihr Wissen preiszugeben. Das hat nichts mit Denunziantentum zu tun sondern mit Zivilcourage, Moral und Gewissen.

Ebensowenig verstehe ich, dass sich nicht ehemalige Nachbarn, Bekannte, Verwandte (auch ältere Geschwister), Erzieherinnen, Lehrer, Behördenmitarbeiter und andere Zeugen wenigstens anonym melden, die wissen, dass sich da ohne jedes Zeichen von Schwangerschaft plötzlich ein Neugeborenes in dem Haushalt befand.
Da konnte doch was nicht stimmen!

Ich rede nicht von denen, die sich jahrelang auf einer Warteliste für ein Adoptionskind befanden und sehnsüchtig auf die Nachricht warteten, dass sie endlich an der Reihe waren und ihnen ein elternloses Kind zugesprochen wurde.

Aber das bekommen auch Verwandte, Freunde und Nachbarn mit und in einem solchen Fall kommt ja auch keiner auf die Idee, dass das Kind leiblichen Eltern geraubt wurde.
Ich spreche von den angeblich toten Kindern, die irgendwo ja wieder aufgetaucht sein müssen.
Ich appelliere auch an die Menschen, die von ihren Eltern nie etwas über die Schwangerschaft und ihre Geburt gehört haben, die nie ein Foto von der schwangeren Mama gesehen haben, die dennoch immer schon das Gefühl hatten, in der „falschen“ Familie groß geworden zu sein, aber

trotzdem noch nie ihre wahre Identität hinterfragt haben.
Beantragt eure Papiere und wenn ihr feststellt, dass eure Eltern euch verschwiegen haben, dass ihr adoptiert seid, macht euch auf die Suche nach euren wahren Eltern.
Das hat nichts mit Illoyalität zu euren Adoptiveltern zu tun. Die mögen euch vom ersten Tag an geliebt aber den richtigen Zeitpunkt verpasst haben, euch die Wahrheit zu sagen. Außerdem mögen eigene Verlustängsten sie daran gehindert haben. Aber nur, wenn ihr selbst nach den Eltern sucht, könnt ihr eure Wurzeln finden.

Den Eltern sind weitgehend die Hände gebunden, weil das Ausforschungsverbot für Adoptierte (§1758 BGB) dies verhindert.

Aber den adoptierten Kindern stehen alle Wege offen (außer wenn ihre Papiere komplett gefälscht wurden.)

ZEITZEUGEN, MELDET EUCH UND DECKT DIE UNGEKLÄRTEN SCHICKSALE DER VERSCHWUNDENEN KINDER AUF! Die Eltern dieser Kinder sind traumatisiert und werden nie aufhören nach ihren Kindern zu suchen.

Bitte helft ihnen, wenn ihr etwas wisst!.

©: Sonja Krause, Danke

Ein Kommentar

  1. Meine Ergänzung:

    Ja, liebe Adoptiveltern, bitte klärt eure „Kinder“ auf. Ich weiß, das dieses sehr schwer ist. Ihr wurde vielleicht, wie ich auch, sehr falsch beraten, bzw. informiert. Mir wurde bei meiner Tochter gesagt: „Sie brauchen ihrer Tochter nichts sagen, die Papiere werden alle umgeschrieben“ ja, das wurden sie auch alle.
    Wie Sonja Krause, schrieb, ist es immer so, dass es Bekannte, Verwandte, Nachbarn immer etwas davon mitbekommen.
    Ältere Geschwister, Nichten, Neffen bekommen das mit. Stellen ihrem Kind u.U. unangenehme Fragen. Kinder und Jugendliche können auch sehr gemein Verhalten. Das geht einer Meinung nach gar nicht.
    Es ist immer besser von den Elternteile es zu erfahren, als durch Dritte, wie oben schon genannt.
    Ich habe von meiner Adoption mit 14 Jahren durch meine Geburtsurkunde die mit der alten Abstammungsurkunde zu vergleichen ist, erfahren.
    Keiner war da, der mir das erklären konnte….
    Wie soll es denn erst Erwachsenen ergehen, die es bei der Hochzeit durch Zufall erfahren. Ich kenne eine Bekannte, die es erst mit 48 Jahren erfahren, dass sie adoptiert wurde. Da hat bei ihrer Hochzeitsvorbereitung auch noch das Standesamt übel mitgespielt. Ausnahmsweise mal kein Bsp. aus der DDR, sondern West. Der ganze Schwindel flog auf, da sie von einer Schwester gesucht wurde. So kann es gehen……
    Sehr, sehr schlimm für die Betreffenden.
    Ich weiß, das die Adoptiveltern genauso Verlustängste haben, wie die „Kinder“. Ehrlichkeit, ist das beste Rezept, denn jede Schwindelei fällt irgendwann mal auf. Und Nicht Wissen ist oft noch schlimmer wie eine Lüge.

    Ich weiß auch, dass die Adoptiveltern kaum etwas über die Herkunft des Kindes erfahren. Davon kann man auch manchmal die Hälfte noch vergessen, da diese nicht unbedingt der Wahrheit entsprachen.
    Daten wurden gefälscht, davon wissen die Adoptiveltern auch nicht unbedingt etwas. Geburtsdatum um eine Woche zu verschieben, fällt nicht immer auf. Bei einer Heimzeit des Kindes schon mal gar nicht. Auch uns wurde erst ein falsches Geburtsdatum der Tochter genannt.
    Liebe Adoptivkinder und Eltern, redet miteinander, seid Offen und Ehrlich zueinander und zeigt gegenseitig Respekt.

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