Expose- Zwangsadoptierte

In dem Buch geht es zunächst um eine Kindheit, wo die Autorin mit Liebe aufgewachsen ist, bis sie erfährt, dass sie adoptiert wurde. Es ist oft so, dass der Zufall aber eher das gute Verhältnis zu den Adoptiveltern, ob diese Beziehung zerstört wird. Als erstes erfährt die Autorin, dass sie in zwei Kinderheimen groß geworden ist und einen großen Entwicklungsrückstand hatte.

Erst seit kurzem beschäftigt sich die Autorin mit der Aufarbeitung der Heimzeit. Dabei stellt sie fest, dass es eine Art „Massenhaltung“ in den Heimen gab und diese zu den schweren Entwicklungsrückständen führte. Nur durch die Adoptiveltern konnte sie diese aufholen und hatte durch sie eine glückliche Kindheit.

Es trat aber die Frage nach der Herkunftsfamilie auf. Damit beginnt eine jahrelange Suche mit unendlichen Behördengängen. Allmählich treten immer mehr Unregelmäßigkeiten auf. Dabei wird es immer zur Gewissheit, dass es sich bei dieser Adoption um eine Zwangsadoption handeln muss. Dieses war in der ehemaligen DDR keine Seltenheit.

Nicht linientreue Menschen wurden mit Zuchthausstrafen bestraft. Ihnen wurden auch unter Umständen, als grausamste Strafe, unter den boshaften Gründen der Kindesverwahrlosung die Kinder weggenommen und zu linientreuen Familien gegeben. An die Grenzen bei der Recherche stößt die Autorin nicht nur bei den Behörden sondern auch bei der leiblichen Mutter.

Für die Autorin, die als Einzelkind aufgewachsen ist gibt es auch Überraschungen. Nach und nach erfährt sie, dass sie sehr viele Geschwister hat. Zu den Geschwistern väterlicher Seite hat sie den Kontakt herstellen können, die leibliche Mutter blockt weiterhin ab, deshalb konnte sie bis jetzt nicht alle ihre Geschwister kennenlernen. Der angegebene Vater konnte bis heute nicht definiert werden, da es sehr unterschiedliche und zum Teil falsche Papiere gibt. Gefälscht …. aber aus welchem Grund? Der angegebene biologische Vater ist 2001 verstorben.

Die Suche wird noch weitergehen und ich wünsche der Autorin viel Kraft, dass es eines Tages zu einer vollständigen Zusammenführung kommt.

Die Autorin sagt selbst, dass diese Aufarbeitung sehr wichtig war, um innerlich zur Ruhe zu kommen. Eine Adoption ist eine Entwurzelung und wirkt ein Leben lang. Sie findet es sehr wichtig, dass die Adoptierten über ihren Status auf jeden Fall aufgeklärt werden sollen, auch wenn es keine Rechtspflicht dazu gibt.

Sie möchte damit anderen Adoptierten Mut machen, ihr leben und die Vergangenheit zu hinterfragen und sich damit auf den Weg zu den eigenen Wurzeln zu begeben.