Erbrecht/ Ergänzung

Artikel 12 des Adoptionsgesetzes vom 2.7.1976 (AdoptG) enthält nachstehende, heute noch praxisrelevante Übergangsvorschrift:

War das Adoptivkind am 1.1.1977 minderjährig, so gilt für die Zeit ab dem 1.1.1978 das neue Recht der Minderjährigen-Volladoption mit folgender Ausnahme (Artikel 12 § 2 AdoptG): Der Annehmende, das Kind, die natürlichen Eltern eines ehelichen Kindes und die Mutter eines nichtehelichen Kindes erklärt bis 31.12.1977 gegenüber dem Amtsgericht Berlin-Schöneberg, dass die Rechtswirkungen über die Minderjährigen-Volladoption nicht eintreten sollen. Die Erklärung musste, wenn sie nur von einem Beteiligten abgegeben worden ist, den anderen Beteiligten zugehen. Im Geburtenbuch des Adoptivkindes war ein Randvermerk über diese Erklärung anzubringen, § 30 PStG (Personenstandsgesetz).

Empfehlung:

Wurde ein grundsätzlich erbberechtigtes Kind vor dem 1.1.1977 adoptiert und war es am 1.1.1977 minderjährig, sollte eine Auskunft bei seinem Geburtsstandesamt eingeholt werden um festzustellen, ob es wirklich voll erbberechtigt ist oder nicht. Entsprechendes gilt für die Abkömmlinge eines derartigen Adoptivkindes, die über § 1924 Abs. 3 BGB an die Stelle des weggefallenen Adoptivkindes treten.

War das Adoptivkind am 1.1.1977 volljährig, so gelten die Vorschriften einer Volljährigenadoption nach neuem Recht. Aber auch hier gibt es nach Artikel 12 § 1 AdoptG eine auch heute noch gültige Ausnahme: War im Adoptionsvertrag das Erbrecht des Adoptivkindes am Annehmenden ausgeschlossen, so gilt dieser Ausschluss weiter.
Quelle: Düthorn- Dr. Kago