Beschluss OLG

Nun bekam ich statt einer Ladung zur mündlichen Verhandlung den negativen Beschluss vom Oberlandesgericht zugeschickt. Bei einem Anruf bei meinem Anwalt merkte ich auch seine deutliche Enttäuschung an.

Der Antrag auf Anhörung wurde abgelehnt, da es angeblich nichts bringen würde. In Bezug auf eine Anhörung meiner leiblichen Mutter und meiner Schwester kann ich es noch ein wenig verstehen aber auch die Anhörung eines Sachverständigen von der BSTU wurde negiert. Gerade auf diese kam es an. Das Gericht meint aber über genug Kenntnisse über die Tätigkeiten der ehemaligen Staatssicherheit zu verfügen. Das sehen mein Anwalt und ich etwas anders.

Es wurde fast nur auf meinen leiblichen Vater eingegangen, der es  für das Gericht nur „angeblich“ ist. Er ist es auf jeden Fall rechtmäßig, da er auf meiner alten Geburtsurkunde (entspricht der alten Abstammungsurkunde) vermerkt ist. Er wollte zwar die Vaterschaft anfechten, was er aber nicht getan hat.

Für mich sprechen die Ähnlichkeiten zu meinen Geschwistern, von seiner Seite aus, und zu seiner Mutter eine andere Sprache. Ich könnte meine leibliche Mutter, vom Bild her eher abstreiten, wie meinen leiblichen Vater.

Außerdem scheint es für das Gericht keine Geburten in der 31. Schwangerschaftswoche zu geben. Sie schreiben, dass die Geburt normal verlaufen ist, das sagt aber nichts über die Dauer der Schwangerschaft aus. Geburtsgewicht, mehrfach erwähnt, von 2000 gr. spricht eine etwas andere Sprache.

In meinen ersten Darstellungen für das Gericht und die Staatsanwaltschaft konnte ich nur darauf eingehen, da ich die Erkenntnisse über die Republikfluchten, auch meiner Mutter, mit ihrer Mutter und meinem ältesten Bruder, erst sehr viel später erfahren habe.

Über meinen Adoptivvater stand im Zusammenhang mit meiner Adoption, dass er ein linientreuer Bürger ist. Das ist in unseren Augen ein deutliches Zeichen, dass sich schon die Staatssicherheit für diese Adoption  interessiert hat.

Wir haben vier Wochen Zeit um dagegen Rechtsmittel einzulegen. Das würde bedeuten, dass es zum Bundesverfassungsgericht gehen würde.

Da ich den angekündigten Abschlussbericht immer noch nicht habe rief ich bei der BSTU Außenstelle an. Die Angestellte hatte gerade meine Akte vor mir und sagte, sie habe gerade mit der Generalstaatsanwaltschaft telefoniert und um die Rückgabe der geliehenen Akten gebeten. Nun wollte sie gerade noch beim Gericht anrufen. Da hab ich sie nun von abgehalten. Sie hat mich noch einmal mit dem Herrn W. verbunden. Mit ihm hatte ich ja schon einmal ein längeres ausführliches Gespräch geführt. Er konnte mir nicht grundsätzlich Neues berichten und raten.

Er versprach mir die Akten, sofern sie da sind, auf spezielle Formulierungen der Staatssicherheit zu überprüfen und dann bekomme ich auch den Abschlussbericht. Durch die Anmerkung bei meinen Adoptiveltern, die sehr typisch dafür sind, denkt er, dass sich da noch etwas finden lässt.

© Heidrun