Aufklärung

Die Aufklärung des Kindes über seinen Sonderstatus wird von den meisten Adoptiveltern als ein großes angsterzeugendes Problem gesehen (Seglow, Pringle und Wedge 1972; Pfeiffer, Pfeiffer- Schramm und Scheller 1980; Sorosky, Baran und Pannor 1982; Hoffmann-Riem 1984).

Viele machen sich von Anfang an Gedanken darüber, wann, wie und in welchem Ausmaß sie die Kinder über ihre Adoption und ihre Herkunft informieren sollen, welchen Stellenwert dieses Wissen in deren Leben haben wird und von welcher Relevanz die leiblichen Eltern sein werden.

Auch fragen sie sich, wer außerhalb der engsten Familie über die Adoption unterrichtet werden sollte (Sorosky, Baran und Pannor 1982; Hoffmann-Riem 1984). Diese Schwierigkeiten werden teilweise durch die Furcht der Adoptiveltern verursacht, daß sie das Kind nach der Aufklärung verlieren könnten oder daß die Eltern-Kind-Beziehung darunter leiden könnte. Zudem erinnert sie die Aufklärung an die eigene Infertilität und an ihren Sonderstatus – daß sie eben keine „normale“ Familie sind.

Ferner mögen sie über die Herkunft des Kindes unglücklich sein oder dessen Stigmatisierung befürchten. Schließlich wird die Aufklärung als eine Art Doppelbindungssituation gesehen: Die Eltern sollen dem Kind mitteilen, daß es ihr Kind ist, aber auch nicht ihr Kind ist – sie sollen es in ihre Familie integrieren, ihm aber zugleich einen Sonderstatus geben (Seglow, Pringle und Wedge 1972; Pfeiffer, Pfeiffer-Schramm und Scheller 1980; Kirk 1981; Aselmeier-Ihrig 1984; Lindsay und McGarry 1984).

Quelle:  Adoption unser Weg