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Geburtenbuch / Unterlagen Standesämter

8 Monaten ago

360 words

Das Geburtenbuch (umgangssprachlich auch als Geburtenjournal bezeichnet) wird im jeweiligen Geburtskrankenhaus geführt und archiviert. Es gehört rechtlich zu den Geburtsunterlagen und nicht zu den Patientenakten. Somit unterliegt es der gesetzlichen Aufbewahrungsfrist von 110 Jahren für die Geburtsunterlagen.
Aus diesem Grund habe ich es auch nicht dem Thema 2 zugeordnet.
Im Geburtenbuch werden mit fortlaufender Nummer alle Geburten eines Jahrganges dokumentiert. Dabei werden die Daten der Mutter, des Kindes, Geb.-Datum, Größe, Gewicht usw. eingetragen.
Die Eintragung im Geburtenbuch bildet die Grundlage für die Erstellung der „Schriftlichen Geburtsanzeige“ gem. § 14 PStG der DDR, welche dann vom KH an das Standesamt ging zum Zwecke der Beurkundung.
Auch angebliche Totgeburten – keine Fehlgeburten (siehe dazu Thema 1) – mussten in das Geburtenbuch eingetragen werden. Allerdings wurden diesen keine Geburtsnummern zugeordnet. In solchen Fällen müsst ihr also mit eurem Namen und dem Geburtsdatum des Kindes agieren um einen entsprechenden Auszug zu bekommen.
Beim STANDESAMT geht es um folgende wichtige Dokumente:
a) Schriftliche Geburtsanzeige
b) Auszug aus dem Geburtsregister
c) Schriftliche Todesanzeige für unter einem Jahr
Verstorbene bzw. für Totgeborene
d) Auszug aus dem Sterberegister
Die schriftliche Geburtsanzeige des KH bildet für das Standesamt die Grundlage zur Erstellung einer Geburtsurkunde und der Eintragung ins Geburtsregister.
Ebenso verhält es sich mit der schriftlichen Todesanzeige zur Sterbeurkunde und dem Sterberegister.
Sollte euer Kind verlegt und an einem anderen Ort verstorben sein, so müsst ihr die Dokumente zu a) und b) beim Geburtsstandesamt beantragen und die Dokumente zu c) und d) beim jeweiligen Standesamt des Sterbeortes.
Das Standesamt des Geburtsortes hat in solchen Fällen vom Standesamt des Sterbeortes lediglich eine Mitteilung über den Sterbefall erhalten, welcher meist handschriftlich im Geburtsregister vermerkt wurde.
Nun haben wir hier das Phänomen, dass viele Betroffene von angeblichen Totgeburten eine Sterbeurkunde haben. Dies ist rein rechtlich nicht nur fragwürdig, sondern eigentlich unmöglich. Gemäß § 17 des PStG erfolgt die Beurkundung einer Totgeburt nur im Sterberegister.
D.h., das KH übermittelt dem Standesamt eine schriftliche Todesanzeige, aber es wird keine Sterbeurkunde erstellt, sondern es erfolgt nur ein Eintrag ins Sterberegister.
Eckbert Bormann
ecki-btz@gmx.de