Adoption unser Weg für Adoptierte

Viele von Adoptierten gestellte Fragen drehen sich rund um das Thema Suchen und Finden. Dazu ein paar persönliche Vorbemerkungen einer Adoptierten, die gesucht und gefunden hat:

Suchen sollte nur der Adoptierte, der es selber wirklich will. Nicht das Umfeld mit seiner Neugier darf dafür der Auslöser sein, denn eine Suche kann viel Kraft kosten, die man leichter aufbringt, wenn man selbst der Motor ist.

Suchen kann u.a. deshalb viel Kraft kosten, weil die Gesetze nicht an den Bedürfnissen eines suchenden Adoptierten ausgerichtet sind. Sie stammen aus einer Zeit in der das Inkognito noch sehr groß geschrieben wurde und Adoption noch ein Tabuthema war.

Die Suche kann aber auch schwierig sein, weil die einzelnen Schritte lange dauern, und es oft nicht so schnell vorwärts geht, wie man es sich wünscht. Man trifft nicht immer auf verständnisvolle Sachbearbeiter und man hat manchmal das Gefühl, dass die eigenen Nachforschungen nur lästiges Übel für Mitarbeiter von Behörden sind, die für so etwas eigentlich keine Zeit haben. Aber man kann dabei natürlich auch positive Erfahrungen machen.

Kraft kostet auch eine eventuell erneute Zurückweisung, wenn die Gefundenen sich nicht auf einen Kontakt einlassen wollen oder können. Einmal mehr zurückgewiesen zu werden, ist eine schwere Bürde, die einen durchaus erschüttern kann. Und nicht zuletzt kostet auch das, was man findet, manchmal einiges an Kraft.

Am Ende meines eigenen Suchprozesses habe ich mich manchmal gefragt, ob ich es nicht besser gelassen hätte. Erst nach einigen Überlegungen bin ich zu dem Ergebnis gekommen, dass mich die Ungewissheit nicht hätte zur Ruhe kommen lassen.

Quelle:  Adoption unser Weg